Freitag, 5. Juli 2013

Frau GoldSommer in der Praxis III Quartal

Hallo Frau Gold, 

Warum sollte man seinen Partner teilen wollen? 
Freundlicher Gruß Frau Beste.

Liebe Frau Beste,

kann man einen Partner wirklich teilen oder doch nur Gegenstände die einem „eigen“ sind, also die sich in „meinem“ Besitz befinden? Und dazu die nächste Frage: Warum sollte man ihn nicht teilen?
Es gibt in meinen Augen verschiedene Lösungsmöglichkeiten:
  • Mann denkt noch mal drüber nach, findet die eigene Partnerin doch ausreichend und vergisst den Schuss, den er eben noch bespringen wollte.
  • Mann nutzt den Gedanken als Wichsvorlage.
  • Beim nächsten Sex mit der eigentlichen Partnerin nutzt Mann die Frau außerhalb als Gedankenviagra.
  • Mann geht fremd und die Partnerin bleibt, weil angelogen, Jahrzehnte lang glücklich(?).
  • Mann hat weniger Lust auf Sex mit der Partnerin, weil er sich zu oft mit dem Gedankenviagra alleine beschäftigt.
  • Mann geht fremd, es kommt heraus: Mann unglücklich und Frau unglücklich, wenn keine Ehezettel und keine Kinder da Trennung, ansonsten Rosenkrieg.
Klar es gibt noch massig Lösungen, aber um diese Lösungen geht es mir eigentlich nur indirekt.

Es gibt Menschen die können ihr Leben lang, körperlich und gedanklich auf einen Menschen konzentrieren und sind damit glücklich in ihrer Welt. Es gibt die Anderen, die  gehen in Gedanken immer wieder fremd, der Gedanke allein reicht ihnen aus um glücklich zu sein.
Mal ab von den Männern, welche Frau will mir allen ernstes erzählen,
 dass sie noch nie auf die Vorstellung mit Herrn Clooney , einem anderen Schauspieler
 (Beispiele finden sich massenhaft) 
gerubbelt hat – seht ihr!
 Also werft den Männern nicht vor, dass sie
 Wichsvorlagen benutzen.

Dann gibt es die, denen die Gedankenviagras nicht mehr ausreichen.

Die, die fremde Haut spüren wollen, Lust entfachen, empfinden, neugierig und unersättlich sind. Treffen diese einen Partner, den sie lieben und der diesen Hunger nicht teilt, gibt es Probleme.

Man(n) schraubt zurück, wird vielleicht zum Gedankenviagraschlucker oder macht sich vor, dass man fremdes Fleisch vergessen kann. Ist zufrieden mit dem Fleisch was auf dem Teller liegt oder aber der Hunger bleibt.

Spätestens jedoch wenn der Plan des Vergessens nicht aufgeht und die eigenen Wünsche nach Befriedigung des Hauthungers größer werden, kommt das Gefühl nicht glücklich zu sein. Aber man(n) will die Partnerin nicht verletzen schon gar nicht verlieren und da das Gegenüber „seinen Besitz nicht teilt“ bleibt man brav.
Ja das Leben ist kein Ponyhof, kein Wunschkonzert was auch immer, aber ein Partner ist kein Besitz und kein Gegenstand auf den ich ein Anrecht habe – Partnerschaft ist miteinander, geben und nehmen , verzichten und ja auch manchmal etwas zugestehen, was einem selber nicht gefällt, aber auch nicht schadet.
Würdest Du aktzeptieren, dass Dein Partner Dir etwas verbietet was Dir am Herzen liegt, weil er es nicht nachvollziehen kann?
Ja es geht um Gefühl, Deine Gefühle, die der Partner in Deinen Augen tritt wenn er mit einer anderen Person sexuell aktiv wird.

Huch, es geht also gar nicht um das Wohlbefinden Deines Partners, denn wenn er sich nicht gut damit fühlt, dann ist das sein Problem, DIR GEHT es ja damit gut – nicht wahr? Alles so friedlich in der heilen Welt.
Vertraust Du Dir selber? Deinem Partner?
Was löst der Gedanke in Dir aus, wenn Du annimmst das Dein Mann Frau gerade mit einem anderen Partner Sex hat? Was löst es bei Dir aus, wenn Dein Partner, wenn er gerade mit Dir schläft GEDANKENVIAGRA benutzt?

Warum hast Du Angst vor einem sexuellen Abenteuer Deines Partners?

Bezweifelst Du das er zu Dir steht?

Ist es die Angst der/die Andere ist besser als Du? Hat mehr zu bieten?

Baut Eure Beziehung nur auf Sex auf?


Ich kann es nur aus meiner Sicht schreiben, ich selber habe seriell monogam gelebt, hatte immer einen gewissen Hauthunger nach fremder Haut aber "sowas macht man nicht" war größer. Bis zu dem Tag als eben der Hauthunger so groß war und ich das erste mal fremd gegangen bin. In dem Moment ein geiles Gefühl, kurz danach kam das schlechte Gewissen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich dann meinen Weg gefunden habe und für mich klar war, dass ich eben nicht der Moral entspreche und monogam sein kann. Dennoch folgten zwei weitere Beziehungen, in denen ich es versuchte und scheiterte.

Dann lief ich Herrn U. zwischen die Beine und noch bevor wir zusammen waren sagte ich ihm, dass ich nicht monogam sei und er sich darauf einstellen muss, dass wenn wir zusammen kommen damit leben muss. Er sah es genau so. Das bedeutet nicht, dass ich durch die Betten springe, Herr U. nicht weiß mit wem ich wo bin oder Herr U. eine nach der anderen flach legt.

Aber es bedeutet, dass wir wissen wer mit wem wo ist. Das wir uns füreinander freuen können und diese Freude miteinander teilen, weil wir merken uns geht es gut. Ja, auch das ist Beziehungsarbeit, aber sie ist ehrlich.

Wenn das für Dich,liebe Beste, nicht vorstellbar ist, dann gibt es viele Lösungsmöglichkeiten, beispielsweise kann man gemeinsam in einen Pärchenclub gehen, sich umschauen, inspirieren lassen, nett essen (die meisten Clubs haben sehr gute Buffets) , eventuell zusammen in einem Separee verschwinden, mit anderen die Matte teilen oder eben dem Mann die Möglichkeit geben, sich mit einer anderen Frau zu beschäftigen und wieder fahren.

Das Argument "man kann der anderen Frau nicht trauen" mag zwar stimmen, aber dann muss man den Partner Zuhause einsperren und Internet und Telefon abstellen, denn andere Menschen treffen wird er immer, was er daraus macht ist nämlich letztlich entscheidend.

Ich kann aus meiner Sicht nur sagen:

Definieren Sie für sich die Worte Partnerschaft, Liebe und Treue, sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Wünsche und Sehnsüchte und suchen Sie gemeinsam eine Lösung, die gibt es, man muss nur wollen.

Ich bin gespannt ob sie hieraus eine Diskussion entwickelt. 

Kommentare:

  1. Liebe Frau Gold,

    an anderer Stelle (siehe unten) gab es erst kürzlich eine Diskussion dazu und dort habe ich mich auch zu diesen Gedanken geäußert, sodass ich mich jetzt gar nicht wiederholen möchte. Das Thema finde ich aber sehr spannend.

    http://placetexperiri.blogspot.de/2013/05/rosalie-vs-castorp.html

    Bei mir ist es so, dass der Wunsch nach einem anderen Sexualpartner eigentlich nur aufkommt, wenn ich tiefere Gefühle für diesen Menschen entwickele, was die Angelegenheit natürlich verkompliziert.

    Und nein, ich habe tatsächlich noch nie einen Schauspieler als Wichsvorlage benutzt. Die Männer in meinen erotischen Träumen sind samt und sonders Phantome. (Vom Geschichtenerzähler einmal abgesehen.)

    Herzliche Grüße
    Schattentänzerin

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    1. Hallo Schattentänzerin ;),
      bei mir selber ist auch mehr vorhanden als nur die "Geilheit" das gehört für mich dazu, aber das hätte hier einen noch längeren Text verursacht, daher habe ich es mal ganz einfach rausgelassen ;)

      Aber siehst Du, auch Du benutzt Wichsvorlagen, ganz gleich ob real oder eben Phantom ;)

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  2. Ein wirklich anregendes Thema.
    Und bei mir klappts auch nur wenn das Herz mit dabei ist.
    Ich werde diskutieren.

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    1. Du landest zwischendurch im Spam - ...hab es gerade hervor gekrammt.

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  3. Wieder ein spannendes Thema.
    Bei mir funktioniert das auch nur wenn das Herz dabei ist, obwohl....

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    1. Du könntest ruhig mal etwas ausführlicher werden ;)

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    2. (das macht er nicht Goldi, was wetten wir?)

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    3. Zauberer, Wettschulden sind Ehrenschulden gelle?

      Ich würde sagen, wenn Du verlierst wirst Du Dich noch dieses Jahr für ein Wochenende freischaufeln, nach Goldstückstadt oder Richtung Auenland kommen und mit der Vanilligen und mir essen gehen. Das Restaurant suchen wir aus, das Du zahlst ist selbstverständlich und was wir anschließend machen entscheiden wir im Lauf des Abends. Solltest Du gewinnen, bestimmst Du den Wetteinsatz (wie immer gilt, keine Fotos/Videos im Netz)

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    4. ..."und was wir anschließend machen entscheiden wir im Lauf des Abends"...

      Wie sollte ich DA wohl ablehnen können?
      Ich bin dabei!

      Wettgewinn meinerseits folgt!

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    5. Zwar sieht es so aus, als würde ich das hier zu meinen Gunsten entscheiden können, aber ich mag es trotzdem nicht ausnutzen^^.

      Also dann:
      Ich möchte, dass Du mir falls ich gewinne einen Gefallen schuldig bist.
      Um was es genau geht oder ob es für mich selbst ist oder für jemand Anderes, das kann ich noch nicht sagen.
      Was ich Versprechen kann ist, dass es nichts Großes, Unanständiges oder Unangemessenes gehen wird.
      Aber es könnte sein, dass Du es alles Andere als gerne tun wirst oder es Deinen Vorstellungen von dem, was besser zu tun wäre, entgegensteht.

      Das wäre meine Wunschprämie, liebe Goldi.^^

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    6. Dann bin ich mal gespannt, zum EiNein ob Hans noch ausführlich antwortet und zum Anderen, wenn nicht, was da von Dir kommt

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    7. ....obwohl ich nicht immer so war.
      Die Erfahrungen des Lebens haben mich umdenken lassen.
      Freiheit - was ist das?
      Feiheit bedeutet für mich das ich mit meinen Gedanken, Wünschen und Bedürfnissen so umgehen kann das ich den maximalen Genuss für mich erzielen kann. Dabei stehe ICH im Vordergrund. Ich als ein soziales Wesen bin dabei wie alle anderen sozialen Wesen von der Akzeptanz der Anderen abhängig. Das war es dann mit der Freiheit.
      Also, wie bekomme ich das maximale an Wohlfühleinheiten?
      Ich für meinen Teil habe heraus gefunden, daß dies bei mir nur funktioniert, wenn ich Verantwortung für mich und mein Gegenüber übernehme, sprich, alles was ich mache soll ihm dienen und ihm gut tun, denn dann wird es auch mir gut tun und allen die mit dieser Person zusammenhängen.
      So einfach und simpel ist es.
      Ich tue dir Gutes und du mir.
      Dies setzt aber wiederum voraus, daß dein Gegenüber offen und ehrlich mit dir kommuniziert. Es bleibt also spannend.
      CAVE: Menschen die sich in einer Beziehung befinden können meist nicht frei und offen agieren.
      Goldi, Du bist wie immer eine Perle und die berühmte Ausnahme.
      Laßt es Euch schmecken und laßt den Zauberbub leben.

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    8. Ah das bedeutet obwohl- Tja Zaubermann, da hab ich wohl gewonnen ^^.

      @Hans, ja ich glaube auch das es eine Entwicklung ist, denn "man" wird ja mit der Moral "das gehört sich nicht - man geht nie mit mehr als einer Person eine Beziehung ein und schon gar keine sexuelle" aufgezogen. Wenn man dann selber merkt, dass man mit diesen Vorgaben nicht zurecht kommt, sind es ganz viele, die sich als "krank/abnorm" wahrnehmen. Sich dann entsprechend "freistrampeln" ist ein innerer und äußerer Kampf, den man nur gewinnen kann, wenn man, wie Du schon schreibst "offen" agiert.

      Danke für die Perle, aber ich glaube die Ausnahme bin ich nicht, es gibt da so einige Beispiele ;).

      Vom Essen mit dem Zauberer werden wir sicher berichten ;)

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    9. Ich freu mich für Euch!

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    10. Super. Ganz toll.
      Großartige Nummer.

      Da vergehen MONATE in denen der Kerl in der gesamten Blogosphäre überall GENAU EINE ZEILE in den Kommentaren hinterlässt, die entweder heisst KEEP IT HIGH oder KEEP IT GOING oder eine Kombination aus Beidem.

      Aber wenn es die Möglichkeit gibt dass ICH mal wetttechnisch eins auf die Fresse kriege, DANN wird der so was von gesprächig!

      Zwar könnt ich grad KOTZEN aber:

      Aye.
      Wettschulden.
      Ehrenschulden.

      Ich melde mich wegen eines Terminvorschlages.

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    11. Schmunzelt und Lachtränen wegwischt - Chef nimms locker, ist ja nun keine Wettschuld die für Dich, außer durch den Aufwand, sehr unangenehm werden wird ;)

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  4. "Definieren Sie für sich die Worte Partnerschaft, Liebe und Treue, sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Wünsche und Sehnsüchte..." - das ist für mich der wichtigste satz bei diesem thema, denn allgemein habe ich manchmal den eindruck, dass viele paare schlichtweg nicht oder zu wenig miteinander reden!
    dein beziehungsmodell wäre nichts für mich und den lieblingsmann, aber auch hier gilt wie immer im lebe: so lange es für die beteiligten stimmt und niemand dabei zu schaden kommt, ist doch alles gut!

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    1. Guten Morgen Engel, ja genau das ist, denke ich, das allgemeine Problem. Ist man sich über seine Ängste und Befürchtungen bewusst, auch wenn man sie erst im gemeinsamen Gespräch findet, wird man sich auch über vieles klar und findet einen gemeinsamen Weg, wie auch immer dieser aussehen mag. Erst in der Praxis wird sich dann zeigen ob man diesen Weg auch wirklich beschreiten kann, aber dafür muss man den gemeinsamen Mut haben den Weg zu wählen, den man sich vorstellt.

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  5. Für uns stellt sich diese Frage so nicht, weil der Mann schlicht nicht will, er bekommt lieber beständig leckeres Schnitzel als durchweg Bockwurst und ab und an mal ein Ribeye ;-)

    Ich habe mal eine "fatale Affaire" am Hals gehabt, das ist nicht lustig wenn du eine wütende Geliebte hast, die dir an den Nerven spielt. Sie war eine Stalkerin, ganz gruselig.

    Spielereien kann man immer machen, da bin ich ganz deiner Meinung, ich würde nur niemanden dauerhaft an unserer Seite installieren, das ist mir einfach zu nah.

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    1. Liebes Vanille, der Vergleich hinkt zwischen Schnitzel und Steak. Und Offenheit in diesem Kontext bedeutet in meinen Augen auch, dass es eben keine "fatale Affaire" geht sondern das alle Beteiligten wissen worauf sie sich einlassen und in dem Fall liegt es am Mann ganz klar zu definieren "Du bist Affaire, Liebschaft aber niemals Nummer "Eins"".

      Dauerhafte Installation kann wenn dann sowieso nur wachsen, wie eben jede andere Beziehung auch und niemals nie...schmunzel

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  6. Ein tolles Statement, respekt.
    Ich werde das Gefühl nicht los, das es deutlich mehr Männer gibt, die eine Partnerschaft so führen möchten/können/wollen oder täusche ich mich da?

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    1. Das kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, wenn sich einige darüber bewusst werden würden, dass Mann auch in dieser Form der Partnerschaft miteinander reden muss, noch offener damit umgehen muss was man(n) sich vom Gegenüber wünscht, bereit ist zu geben, dann würden sie schnell davon laufen und sagen "dann lieber weiter wie gehabt, klappt ja und wird schon nicht schief gehen". Aber wie immer meine Sicht.

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  7. Ich muss mich einmal mehr vor Dir verbeugen.

    Das sind sehr präszise Dinge in Worte gefasst (um nicht zu sagen "passgenau eingegossen"), die so zu formulieren ich selbst noch nicht im Stande war.

    Aber wenn ich es jetzt so bei Dir als "ausgesprochen" gewissermaßen fertig lese, dann höre ich in mich hinein und es sagt in mir: "Diese Frau hat RECHT. Genau SO ist es, und genau DAS ist Deine Lebenssituation!"

    Also sind genau DAS die Optionen, die ich habe und die Dinge, auf die ich irgendwann dann doch mal eine Antwort finden muss. Oder sollte.

    "Huch, es geht also gar nicht um das Wohlbefinden Deines Partners, denn wenn er sich nicht gut damit fühlt, dann ist das sein Problem, DIR GEHT es ja damit gut – nicht wahr?"


    Das ist der Punkt, den ich exakt so schon einmal gesagt bekommen hatte.
    Und er wurmt mich, denn er zeugt nicht unbedingt von einer liebevollen Bereitschaft, auf DAS einzugehen, was ICH brauche - es heißt vielmehr ganz ungeschönt so ausgesprochen:
    "Verzichte auf DAS, oder verzichte auf MICH, entscheide Dich!"

    Das empfand ich als ....hmm...als etwas, was ich eigentlich nicht haben möchte in meinem Leben.

    Andererseits gab es einmal auch eine andere Aussage zu dem Thema, ob ich sie wieder ausgrabe und auf den Tisch bringe?

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    1. Danke Dir,
      ich denke Du findest Deinen Weg, jedenfalls wünsche ich es Dir. Und ich würde mich freuen, wenn Du die andere Aussage auch auf den Tisch bringst ;)

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  8. Und ich sage es wieder einmal, Frau Gold, Sie müssen ein Buch schreiben.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mich früher mit diesem Thema so nicht beschäftigt habe.
    Ich lebte monogam, habe diverse Angebote bekommen, aber nicht wahrgenommen, mich aber trotzdem geärgert über mich.

    Hörner sind mir auch schon aufgesetzt worden, aber damit konnte ich überraschenderweise gut umgehen: es ging nur um Sex, aber ich war mir meiner Partnerin sicher. Deswegen sah ich das nie als Gefährdung der Beziehung.
    Ich will nicht lügen, gelegentlich flammte mal Eifersucht auf, aber das genau so schnell weg, wie gekommen.

    Wenn ich das weitergehend betrachte: Um was geht es in einer Beziehung? Um Sex? Oder um Vertrautheit? Oder um Gefühle?

    Gehören diese drei zusammen?
    Was ist mit dem Paar, bei dem nach einiger Zeit ein Partner seine Homo- oder Bi-Sexualität entdeckt und erkunden möchte?

    Wenn dann als Antwort kommt, "Ich liebe dich, aber ich kann damit nicht umgehen" dann heisst das doch eigentlich "ich liebe dich nicht, denn ich möchte nicht, dass Du ein erfülltes Sexualleben hast."


    Liebe und Beziehung bedeutet für mich, dass jeder Partner das tun kann, was er oder sie möchte, freiwillig aber Dinge nicht tut, die der Partner nicht mag.
    Aber auch, dass er oder sie dankbar ist dafür, das tun zu können und sich darüber freut, dass der andere Partner sich darüber freut.
    Das funktioniert ein bisschen nach dem Motto, "Wenn ich sehe, dass Du glücklich bist, macht mich das noch glücklicher, als ich mit dir sowieso schon bin".

    Ich sage nicht, dass ich das so kann, aber ich versuche mich dahingehend zu entwickeln.

    Eventuell bekomme ich das auch noch einmal in geordneter Form zu Papier.

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    1. Clarco, ja genau

      "Wenn ich sehe, dass Du glücklich bist, macht mich das noch glücklicher, als ich mit dir sowieso schon bin".

      DAS IST ES und es klappt, wenn man sich selber eingestehen kann, woher die Eifersucht und das "nicht zugestehen" kommt, sich selber betrachtet, die Freude des anderen und die Gefühle, die sich dadurch füreinander entwickeln, denn es gibt genau dann kein Mißtrauen mehr.

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  9. Ich habe an anderer Stelle einmal geschrieben:

    "Ich bin kein Single – ich bin verheiratet. Mit einem tollen Mann, von dem ich bekomme, was ich sonst von keinem bekommen kann – dem ich gebe, was ihm keine andere geben kann.
    Und dieser Mann hat kein Problem damit, dass es Dinge gibt, die mir
    andere Menschen geben. Wir gönnen es jenen Menschen, denen es gelungen ist einen einzigen anderen Menschen zu finden, der ihnen ein Leben lang alles gibt, was sie brauchen.
    Unser Weg ist ein anderer – wir leben in der Überzeugung, dass das
    menschliche Herz ein Wunderding ist, mit vielen Kammern, für
    viele Menschen, die wir lieben können – lieben auf unterschiedliche Art und Weise. "

    Ich könnte schlicht und ergreifend, einem Menschen, mit dem ich mein Leben teile nicht gegenüber sitzen und ihm wesentliche Teile dessen verschweigen, was ich benötige um zufrieden und ausgeglichen zu sein.
    Wenn ich dazu gezwungen wäre - dann würde mir der falsche Mensch gegenübersitzen.

    LG
    Mechthilda

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    1. Willkommen Mechthilda, ja genau das trifft es - Danke für diese Worte.

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  10. na ja. jedem tierchen sein plaisierchen. es gibt kein richtig oder falsch - solange dabei niemand verletzt wird, seelisch oder körperlich.
    liebe ohne eifersucht kann ich mir nicht vorstellen. natürlich lässt sich die eifersucht herunter fahren, wenn man nicht so doll verliebt ist; oder aber man fährt sie herunter, weil man sich in einer abhängigkeit zum partner befindet. der zuhälter lässt grüßen ... es gibt freilich noch allerhand andere partnerschaftliche abhängigkeiten. oft ist es auch die sogenannte familie. oder es ist schlicht und einfach der gesellschaftliche status.

    es liegt in der natur der sache, dass männer so viele frauen wie möglich beschlafen wollen, um ihre gene zu verbreiten. frauen dagegen sind tatsächlich monogamer eingestellt, weil sie einen familienversorger brauchen, bzw. jemanden, der sie und die kinder schützt und verteidigt. mit wechselnden partnern ist das schlecht zu bewerkstelligen.
    frauen lassen meist erst die korken knallen, wenn ihre kinder schon erwachsen sind; während männer eigentlich immer schwanzgesteuert sind.
    frauen und männer kriegen darum probleme, weil sie diese schlichten wahrheiten nicht sehen wollen. diese unterschiede sind fundamental. natürlich gibt es männer, die ins kloster gehen - also für die ihre frau sozusagen die einzige "liebe" bleibt. die sind aber eher selten. wesentlich öfter wird fremdgegangen.

    ich habe absolut nichts gegen die polyamorie. wenn sich die beteiligten menschen einigen und ihre eifersucht unterdrücken können, kann das eine nicht üble sache sein - nicht so oberflächlich wie im puff aber auch nicht so tief ...

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    1. Hallo Bo,
      schön Dich mal wieder zu lesen, Zum Thema: es gibt, auch wenn es für Dich unvorstellbar ist, Menschen die nicht eifersüchtig sind und daher auch nichts weg-/unterdrücken müssen, aber das Thema hatten wir ja schon des öfteren miteinander und ich weiß, Du kannst das nicht fassen. LG
      Goldi

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  11. klar, weiß ich, dass es menschen gibt, die anders sind als ich.
    ich kann das auch respektieren. nur denke ich, dass die mehrheit der menschen eifersucht als normales gefühl erlebt - wie angst, furcht, neid, langeweile etc.
    darum glaube ich auch, dass es menschen gibt, die gewisse gefühle einfach nicht zulassen wollen, weil die nicht in ihr perfektes bild passen.
    aber auch damit habe ich kaum probleme, solange diese menschen nicht zu meinem nahbereich gehören.

    übrigens gibt es eifersucht in allen kulturen - und gewisserweise auch in der tierwelt. nur durch ein strenges regelgebaren oder irrsinnige vorstellungen können solche (fundamentale) gefühle geleugnet werden.

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    1. Und wenn man sich dessen bewusst wird, woher dieses Gefühl kommt, kann man auch lernen, das es einfach nicht nötig ist und braucht es nicht verleugnen ;)

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    2. ich glaube, dass wir menschen etwas größenwahnsinnig sind, wenn wir glauben, unsere gefühlswelt dauerhaft zu sehr beeinflussen zu können. das leugnen von grundlegenden gefühlen verursacht leider viel zu oft katastrophen. viele kriege z.b.. aber eben auch im einfachen zwischenmenschlichen bereich.
      ich schneide doch nicht einfach ein bein ab, weil ich wegen dem hinke. so in etwas sehe ich die einstellung der polyamoristen.

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    3. Bo, ich hab es in den letzten Jahren schon einige male versucht Dir zu erklären und im Moment, ganz ehrlich fehlt mir der Wille dazu es erneut zu tun. Vielleicht ein anderes mal.

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  12. du sprichst mir aus der Seele :)

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  13. Hallo zusammen!
    Nach stillem Mitlesen komme ich immer wieder zum Grübeln. Selbstreflektion. Und ich kann nur sagen: Ich bin fast (?) "neidisch"... Ich glaube,dass Eifersucht vor allem diejenigen "heimsucht", die mit sich selbst hadern. Verlustängste. Was hat sie was ich nicht hab? STATT: Ich bin toll und werde geliebt,sie ist einfach anders anziehend.
    Ich kann mir nicht vorstellen,meinen Mann " zu teilen". Aber was sagt das aus über mich? Bin ich monogam? Oder habe ich Angst,dass eine andere vorgezogen wird? Monogam LEBEN,denn mal ehrlich- wer DENKT auch monogam?
    Wir reden offen über Wünsche,benennen ehrlich Ängste und Grenzen, da sind wir auf jeden Fall schon weiter als viele andere.

    Aber das was du beschreibst klingt so entspannt,frei und glücklich...

    Ich glaube nicht,dass das auch "unser/mein Weg" ist,noch nicht. Dafür ruhe ich noch nicht genug in mir selbst.

    Ich rede grad etwas wirr,fürchte ich. ;-)
    Doch dieser Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht,und zwar so,dass ich mich mal melden und dies rückmelden musste.
    Danke für den philosophischen Kick! ;-)

    Liebe Grüße,
    Cata

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    1. Hallo Cata,
      willkommen und vielen Dank, dass Du Dein Schweigen brichst ;) Es freut mich, wenn sich "meine" Leser was für sich "mitnehmen" können.

      Lieber Gruß zurück

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